Paul Petzold, Verwaltungsratspräsident DDO

In eigenen Worten

«Eine Jahrhundertsituation, wie sie uns mit dem Lockdown getroffen hat, stellt alles in Frage.»

Paul Petzold, Verwaltungsratspräsident DDO

Paul Petzold, Verwaltungsratspräsident der Davos Destinations-Organisation (DDO), blickt zurück auf das vergangene Geschäftsjahr.

Im vergangenen Geschäftsjahr wurden die ohnehin schon grossen Herausforderungen für die DDO in verschiedener Hinsicht noch einmal so richtig aufgestockt. Auf dem internationalen Parkett ist allgemein anerkannt, dass sich die regionalen Tourismusorganisationen eindeutig in Richtung Destinations- und Standortförderung entwickeln und nicht als reines Marketingunternehmen fungieren sollten. Die Entwicklung in Davos gilt es deshalb sehr kritisch zu reflektieren und vor allem auf die Bedürfnisse unserer Gäste auszurichten.

Nur gemeinsam sind wir stark
Das Zusammenspiel der wichtigsten Player wie Bergbahnen, Beherberger, Geschäfte, öffentliche Hand etc. ist unabdingbar, um im harten Wettbewerb bestehen zu können. Wenn diese Kooperation nicht oder nur teilweise funktioniert, bleibt der Erfolg aus. Eine Jahrhundertsituation, wie sie uns mit dem Lockdown getroffen hat, stellt alles in Frage. Nur gemeinsam ist man stark genug, nur gemeinsam werden wir den bestmöglichen Weg aus dieser Krise finden. Nur mit der Konflikt- und Lernfähigkeit aller Beteiligten wird es gelingen, eine konstruktive Zusammenarbeit aufzubauen, um die Kontinuität in der Weiterentwicklung unserer Destination sicherzustellen.

«Wenn wir alle miteinander
das Beste geben, werden wir
diese Krise meistern
und gestärkt daraus hervorgehen.»

Betrieb trotz Covid-19 reibungslos weitergeführt
Nicht zuletzt dank der konsequenten Umsetzung der Digitalisierung in den vergangenen Jahren konnten wir eine hervorragende Sommersaison 2019 und – bis Mitte März – eine ebensolche Wintersaison 2019/20 verbuchen, die am 13. März 2020 jedoch abrupt endete. Ein Schalter wurde gedreht und die Lichter gingen aus. Die schnelle Reaktion und die Massnahmen der Schweizer Regierung konnten das Schlimmste vorerst abwenden. Dank der sofortigen Intervention und der angemessenen Vorkehrungen unseres CEO Reto Branschi konnte das Unternehmen DDO vor massiven Verlusten geschützt werden. Die Umsetzung der Kurzarbeit, der Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Homeoffice und weitere Massnahmen haben wesentlich dazu beigetragen, dass der Betrieb praktisch reibungslos weitergeführt werden konnte.

Wir alle sind gefordert
Leider wird uns diese schwierige Situation noch längere Zeit begleiten und voll in Anspruch nehmen. Wir sind demnach gut beraten, unsere Zukunft mit äusserster Vorsicht und Aufmerksamkeit zu gestalten. Der Ruf gewisser Leistungsträger nach «mehr Marketing» – dem vermeintlichen Allerheilmittel – ist allenthalben zu vernehmen. Auf die Frage, was denn genau damit gemeint ist, bekommt man allerdings über das «mehr, mehr» hinaus keine konkrete Antwort. Natürlich ist Marketing wichtig und gehört mit zu den Kernaufgaben der DDO, die übrigens konsequent verfolgt wird. Da das Marketing aber erwiesenermassen zu 80 % im eigenen Betrieb erfolgen muss, sind alle Leistungsträger enorm gefordert. Ich bin zuversichtlich, dass dies dem einen oder anderen noch besser gelingen wird. Wenn wir alle miteinander das Beste geben, werden wir diese Krise meistern und gestärkt daraus hervorgehen.

«Wir als Verantwortliche tun alles,
um das Unternehmen DDO
durch die stürmische See zu navigieren.»

Events als Lichtblick
Das vergangene Geschäftsjahr brachte auch sehr Erfreuliches: Einer der weltweit bedeutendsten Bike-Events, das «Swiss Epic Graubünden», konnte nach Davos geholt werden. Nach Jahren der falschen Strategie verspricht auch die Weichenstellung für die Neuauflage des «Swissalpine Davos» als wichtiger Meilenstein für 2020 ein Erfolg zu werden.

Die Verpflichtung von André Rellstab als neuer Sport- und Event-Manager der DDO erwies sich als Glücksfall. Mit ihm haben wir einen Fachmann, welcher die grosse Lücke hervorragend ausfüllt, die sich nach «34 Jahren Fredi Pargätzi» öffnete. Für einmal sei es erlaubt, an dieser Stelle einen Mitarbeiter zu benennen. Er steht stellvertretend für den grossen Kreis von engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der DDO, die sich mit der Destination identifizieren und sich täglich mit Herzblut für das Unternehmen einsetzen. Das ist ein Versprechen für die Zukunft unserer Genossenschaft wie auch für die gesamte Destination Davos Klosters und verdient unseren grössten Respekt und Dank. Mit ihnen zusammen werden wir als Verantwortliche alles tun, um das Unternehmen DDO durch die stürmische See zu navigieren und um das Vertrauen der Genossenschafterinnen und Genossenschafter zu rechtfertigen.

Wir bedanken uns herzlich für die Unterstützung.